Die Konstanzer Schifffahrtsgesellschaft

Badische Schiffe auf dem See

In seinen wenigen Betriebsjahren zeigte Dampfschiff Max Joseph, dass Güter und Passagiere trotz aller Havarien und Ausfälle schneller und zuverlässiger als mit Lastenseglern transportiert werden konnten.
Die Vorteile der Dampf- gegenüber der Segelschifffahrt – weitgehende Unabhängigkeit von den aktuellen Wetterbedingungen, Zuverlässigkeit, fahrplanmäßig gefahrene Schiffskurse, höhere Ladungskapazitäten, erhöhte Sicherheit der transportierten Waren, bequemeres Reisen – konnten nicht mehr ignoriert werden. Am 12. Juli 1830 wurde unter Vorsitz von David Macaire, der bereits 1817 den Bau der Stephanie mitfinanzierte und bereits 1823 eine Schifffahrtsgesellschaft in Konstanz gründen wollte, die Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Bodensee und Rhein gegründet.
Nach württembergischem Vorbild ließ der badische Großherzog Leopold die Abfuhrrechte der Schifferzünfte aufkaufen und an die neue Schifffahrtsgesellschaft übertragen. Sofort wurden auf dem Schiffsbauplatz in Konstanz-Petershausen, wo bereits die tragische Stephanie gebaut worden war, zwei Dampfschiffe auf Kiel gelegt. Zugleich initiierte die Gesellschaft Verhandlungen mit den Handelsgesellschaften und Schifferzünften in Schaffhausen, Rorschach und Lindau, denn diese Städte sollten fahrplanmäßig angefahren werden.

Phantombild Dampfschiff Leopold
Grafik Erich Hofmann Konstanz

Dampfschiff Leopold lief am 15. Oktober1831 vom Stapel. Neun Jahre lang verkehrte es im Nord-Süd-Querverkehr auf Obersee und Überlinger See, danach wurde es abgebrochen. Das Schiff war etwa gleich groß wie der Wilhelm, hatte aber eine leistungsstärkere Dampfmaschine.

Phantombild Dampfschiff Helvetia
Grafik Erich Hofmann Konstanz

Die Helvetia übernahm den West-Ost-Längsverkehr vom Überlinger See bis Bregenz und Lindau sowie auf dem Rhein von Konstanz bis Schaffhausen. Mit der Namensgebung wollte man der Hoffnung auf freundschaftliche Handelsbeziehungen mit der Schweiz Ausdruck verleihen.

Dampfschiff Helvetia auf dem Rhein bei Diesssenhofen, 1840
Stadtarchiv Stadt Schaffhausen

Auf der ersten Fahrt nach Schaffhausen am 26. Juni 1832 wäre die Helvetia trotz des mit der Schaffhausener Schifferzunft abgeschlossenen Abkommens beinahe Opfer eines Sabotageaktes geworden. Bereits bei der Ankunft warteten aufgebrachte Schiffsleute auf dem Molo. Kaum hatte das Schiff angelegt, warfen einige Hitzköpfe die Leinen wieder los, um das neue Schiff Richtung Rheinfall treiben zu lassen, wo es unweigerlich in den Wasserfällen zerschellen musste. Da die Dampfmaschine noch unter Feuer war, reichte der Kesseldruck für ein Wendemanöver und für die Fahrt gegen die Strömung ins badische Büssingen.
Die Rädelsführer wurden vor Gericht gestellt und verurteilt. Nach diesem Vorfall konnte die Helvetia aber ohne Zwischenfälle in Schaffhausen anlegen. Im Übrigen hatte auch das Schiff, wie zuvor der Max Joseph, mit den Widrigkeiten des Rheins zu kämpfen, meisterte diese aber dank umsichtiger Schiffsführung und einer stärkeren Maschine anstandslos. Unfälle gab es keine und die betrieblichen Ergebnisse entwickelten sich zufriedenstellend.

 

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